Mit fränkischen
Musikern, Künstlern
und Kabarettisten

16. / 17. Juni 2018

 

Das 1. Fränkische MundArt-Festival in Burgbernheim am 18./19. Juni 2016

Konzept

In Franken gibt es eine Reihe gut etablierter Festivals, aber noch keines, das das Alleinstellungsmerkmal Frankens in den Mittelpunkt rückt: den Dialekt.
Gute Speisen und Getränke, schöne Landschaften und historische Gebäude, das gibt es woanders auch – aber es ist der Dialekt, der eine Region auf einmalige Weise auszeichnet, sie eingrenzt und zum Ausdruck bringt.

Andere Regionen haben längst ihre Mundartfestivals, so z.B. Schwaben, die Pfalz, Regensburg oder Hohenems. Höchste Zeit also, hier in Franken ein solches Mundartfestival zu veranstalten. Zum ersten Mal – und damit einzigartig. Und zwar dort, wo die Mundart blüht: draußen am Lande, wo sich Aischgrund und Frankenhöhe begegnen. In Burgbernheim, zwischen Ansbach und Bad Windsheim, Rothenburg und Neustadt a.d. Aisch.

Verschiedene Ziele

In erster Linie wird dieses Festival ein Forum für die möglichst kunstvolle Verwendung der Mundart sein: Wir wollen zeigen, welche Fülle und Vielfalt es im Bereich der fränkischen Dialektkunst heute gibt. Dabei soll auf ein möglichst anspruchsvolles Niveau und geistreiche, gegenwartsnahe Themen ebenso geachtet werden wie auf Humor, Satire und (Selbst)Ironie. Akteure aus allen drei fränkischen Bezirken werden vertreten sein, Profis genauso wie Laien und Amateure, Alt und Jung. Dies soll auch bewirken, dass man sich untereinander besser kennt und sich miteinander leichter vernetzen kann.

Darüber hinaus soll das Festival eine Initialzündung bewirken: Es soll Kinder, Jugendliche, Musiker, Laientheater, Amateurgruppen motivieren, sich zu beteiligen und mitzuwirken, soweit es die Kapazität und die Vorauswahl zulassen. Der fränkische Dialekt soll dabei als vitale, authentische und wandlungsfähige Sprach- und Kunstform erlebt werden, die Franken charakterisiert. Seine Bedeutung hat die neuere Spracherwerbsforschung längst nachgewiesen: Wer Dialekt und Standarddeutsch beherrscht, ist für andere Sprachen und das Leben besser gewappnet („innere Mehrsprachigkeit“).

Drei Bühnen

Das Festival ist geprägt sowohl von Offenheit als auch von Anspruch und Auswahl, im künstlerischen wie im gewerblichen Bereich (Marktstände).

Beim Festival wird es drei Bühnen geben, die verschiedene Sparten abdecken: Musik, Literatur, Kabarett, aber auch Szenisch-Theatrales.

Auf der Hauptbühne geht es am Samstagabend ab 19 Uhr los mit Johann Müller, dem Liedermacher aus Burghaslach im Steigerwald, ganz nah am Drei-Franken-Stein. Ihm folgt der Kabarettist Matthias Egersdörfer (angefragt) mit seinen schrägen und spitzen Geschichten. Die Gruppe Landmusigg aus Bayreuth schließt mit ihrem Franken-Weltmusik-Mix den Abend ab.

Der Sonntag beginnt mit einem Mundart-Gottesdienst (10 Uhr).
Das künstlerische Programm bietet ab 12.30 Uhr zunächst Günter Stössel, das Nürnberger Urgestein der Dialektkunst, bevor Mia Pittroff, die Kabarettistin aus Bayreuth, ganz andere Töne anschlägt. Der Nachmittag gehört den Lyrikern, die begleitet von Musikern den Dialekt poetisch zum Klingen und Schwingen bringen: Fitzgerald Kusz & Klaus Brandl aus Nürnberg, Manfred Kern & Harry Düll aus Hohenlohe/Rothenburg und Helmut Haberkamm & Johann Müller aus dem Aischgrund/Steigerwald.

Der Erlanger Schauspieler und Musiker Winni Wittkopp präsentiert mit seiner Skinny Winni Band bluesige Songs mit herzerfrischenden fränkischen Texten.

Der gebürtige Rhöner und zugezogene Bamberger Mäc Härder verkörpert als Kabarettist den Franken von der Peripherie, der wortgewaltig ins Zentrum drängt. Den Schlussakzent setzt Wolfgang Buck mit seiner Band.

Die Moderation auf der Hauptbühne übernimmt der Erlanger Kabarettist Klaus Karl-Kraus.

Auf der Streuobstbühne (an den „Siem Hebberle“) werden sehr unterschiedliche Texte, Lieder und Szenen vorgestellt. Das Programm soll möglichst niveauvoll und abwechslungsreich sein.

Vorgesehen sind hier Sonja Keil, die Mundartdichterin aus Helmbrechts, Klaus Gasseleder, der aus Schweinfurt stammende Dialektdichter, Walter Tausendpfund aus Pegnitz, der Newcomer Werner Küfner aus Bayreuth, Matthias Kröner aus Nürnberg (der heute in Ratzeburg im Norden lebt), und Walter Arnold mit seiner fränkischen Fassung von Goethes „Reinegge Fux“, dazu der Autor und Schauspieler Rüdiger Baumann aus Kulmbach.

Musikalische Beiträge kommen von der Frauengruppe Kaufmannsware aus der Rhön, den Liedermachern Udo Lang aus Trautskirchen, Thomas Bauernschmitt aus Waischenfeld und Sebastian Voll aus der Rhön. Interessant wird auch der Auftritt des Vokalensembles Sing-A-Moll aus Röttenbach bei Erlangen: ein Chor, der Rocksongs in fränkischer Fassung vortragen wird. Abends werden Kerwaburschen aus den drei fränkischen Bezirken Kerwalieder präsentieren, bevor die Gruppe Gankino Circus mit ihren modernen Versionen von Kerwaliedern das Geschehen auf der Nebenbühne abschließt.

Als dritte Bühne ist eine Familienbühne am Kapellenberg vorgesehen, wo die Kinderrockbänd Dunnäkeil aus Unterfranken ihre Show abzieht, wo Hans Meyer und Günter Stössel Texte für Kinder und Jugendliche präsentieren, wo die Figurentheaterspieler Stefan Kügel (Theater Kuckucksheim) und Wolfgang Tietz (Theater Regenbogen) Szenen auf Fränkisch bieten, wo Schüler vom Steller-Gymnasium in Bad Windsheim einstudierte Texte und Szenen vorstellen werden, wo der Musiker Thomas Vitzthum aus Ansbach gemeinsam mit den Kindern musizieren und Dialektlieder singen wird.

Fazit

Die Mundart ist Zeichen unserer Individualität und Ausdruck unserer Identität, Kultur und Tradition. Der Dialekt schafft auf einmalige Weise Gemeinschaft und Verbundenheit. Ein solches Kulturgut muss man pflegen und feiern.

Über Jahrhunderte war Franken geprägt durch Unterschiede, Zerstrittenheit und Zersplitterung (vgl. Grundherrschaften, Konfessionen, Sprache, Bräuche). Diese fehlende Geschlossenheit führte zu einem Mangel an Selbstbewusstsein.

Deshalb ist es wichtig, dass bei diesem 1. Fränkischen MundArt-Festival alle drei Bezirke vertreten sein werden, die Kulturregion Franken von Hohenlohe bis zum Henneberger Land. Es gilt, endlich unsere Gemeinsamkeiten hervorzuheben und die kulturelle Zusammengehörigkeit zu stärken.

Schließlich hat der Dialekt als Kunstform in Franken qualitativ erstaunlich viel zu bieten: Dichtung, vertonte Wortkunst, Theater, Kabarett, Comedy. Fränkische Künstler genießen überregionale Wertschätzung. Dies muss gebündelt und wirkungsvoll in die Öffentlichkeit getragen werden, um das fränkische Selbstwertgefühl zu heben und zu stärken. Einem Verlust an regionaler Verwurzelung soll damit entgegengesteuert werden.

284x200_Helmut-HaberkamHelmut Haberkamm
Oktober 2015

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